IA4Sup (https://ia4sup.notion.site) ist eine kollaborative Informations- und Monitoring-Community, die sich dem Einsatz von Künstlicher Intelligenz (KI) im französischen Hochschulwesen widmet. Sie entstand im Dezember 2023 auf Initiative von Christophe Batier von der Universität Lyon 1 als Antwort auf eine weit verbreitete Frage an Universitäten: Wie können Hochschulen das Potenzial von KI nutzen und gleichzeitig die rechtlichen, technischen, pädagogischen und ethischen Herausforderungen bewältigen?
Schnell fand sich eine Kerngruppe von mehreren Dutzend Akteuren zusammen und beschloss, diese gemeinsame Reflexion über eine offene, sich stetig weiterentwickelnde digitale Plattform zu strukturieren. Mittlerweile vereint IA4Sup mehrere Hundert Mitglieder aus verschiedensten universitären Berufsfeldern.
Die Originalität von IA4Sup liegt in ihrem multidimensionalen Ansatz, der sich um fünf Hauptachsen gliedert. Die pädagogische Achse untersucht, wie KI Lehr- und Prüfungspraktiken transformiert, insbesondere in einer Zeit, in der generative KI traditionelle Formate aufbricht und Fragen der Chancengleichheit zwischen Studierenden aufwirft. Die IT-Achse bringt Fachleute aus den Bereichen Infrastruktur, Sicherheit, Server und APIs zusammen, um die sichere Implementierung und Integration von KI-Tools in bestehende Systeme zu gewährleisten. Die funktionale Achse konzentriert sich auf konkrete Anwendungsfälle: Welche KI eignet sich für welche Aufgabe, welche universitären Dienstleistungen sind betroffen und wie lassen sich frühere Experimente und Pilotprojekte optimal nutzen? Die rechtliche Achse behandelt zentrale Themen wie die Einhaltung der DSGVO, Urheberrecht, Plagiat und Datensicherheit. Schließlich hinterfragt die ethische, ökologische und philosophische Achse die Werte, Prinzipien und langfristigen Auswirkungen, die die Integration von KI in Universitäten leiten sollten.
Im Zentrum der Initiative steht ein Netzwerk miteinander verbundener Datenbanken, die KI-Tools abbilden, ihre Funktionen und Anwendungsbereiche dokumentieren und sie mit identifizierten Anwendungsfällen und relevanten Referenztexten verknüpfen. Die Plattform bietet außerdem eine strukturierte Veranstaltungsdatenbank (Konferenzen, Webinare) und einen „Projektmarktplatz“, der Kompetenzen und Ressourcen für gemeinsame Initiativen, insbesondere interinstitutionelle Projekte, zusammenführt. Ein Großteil dieser Wissensdatenbank ist öffentlich zugänglich, wodurch IA4Sup zu einer gemeinsamen Monitoring- und Wissensressource für die gesamte Hochschulgemeinschaft wird.
Organisatorisch ist #IA4Sup bewusst schlank und kollaborativ aufgebaut. Es verzichtet auf eine starre formale Struktur und basiert auf dem freiwilligen Engagement seiner Mitglieder. Dies gewährleistet Flexibilität und eine schnelle Anpassung an die dynamische technologische Landschaft. Die Community pflegt einen regen Austausch durch monatliche thematische Webinare, die aufgezeichnet und als Aufzeichnungen zur Verfügung gestellt werden. Diese Webinare präsentieren technologische Neuerungen, aktuelle Trends und Fallstudien aus der Praxis. Seit 2025 werden diese Online-Aktivitäten durch Präsenzveranstaltungen an Mitgliedsuniversitäten ergänzt. Diese Veranstaltungen dienen dazu, sensible oder komplexe Themen wie die Leistungsbeurteilung im Zeitalter der KI oder fortgeschrittene Anwendungsbereiche durch Vorträge, Workshops und praktische Übungen eingehender zu beleuchten.
Über diese Veranstaltungen hinaus spielt IA4Sup eine Schlüsselrolle bei der Vernetzung von Universitäten mit dem unternehmerischen und EdTech-Ökosystem. Dazu organisiert IA4Sup gezielte Treffen mit Unternehmen und Start-ups, die KI-basierte Lösungen für die Hochschulbildung entwickeln. Diese Vermittlungsfunktion hilft Institutionen, relevante Tools zu entdecken und Anbietern strukturiertes Feedback zu geben. Gleichzeitig können Vorreiter konkrete Vorteile und Grenzen aus der Praxis teilen.
Ein zentraler Aspekt von #IA4Sup ist die Personalentwicklung durch Peer-to-Peer-Lernen und Wissensaustausch. Innerhalb dieses Netzwerks lernen Universitätsmitarbeiter – Lehrende, Instructional Designer, IT-Spezialisten, Rechtsexperten, Bildungsberater und Führungskräfte – voneinander, indem sie Ressourcen austauschen, Anwendungsfälle gemeinsam analysieren und Rahmenwerke und Leitlinien entwickeln. Paarweiser Austausch, Mentoring-Beziehungen und informelle „Buddy“-Konfigurationen ermöglichen es erfahrenen KI-Nutzern, Einsteiger zu unterstützen und ihnen zu helfen, Technologien sicher, kritisch und pädagogisch sinnvoll einzusetzen. Kompetenzen zirkulieren horizontal: Lehrkräfte teilen Bewertungsszenarien, IT-Mitarbeiter erläutern technische Sicherheitsvorkehrungen, während Rechts- oder Datenschutzbeauftragte Compliance-Aspekte klären.
Diese Interaktionen auf Augenhöhe schaffen nach und nach eine echte Community of Practice, in der Expertise dezentralisiert statt zentralisiert ist. Die Mitarbeiter gewinnen Sicherheit im Umgang mit KI, entwickeln ein differenzierteres Verständnis ihrer Möglichkeiten und Grenzen und können ihre Arbeitsweise an institutionelle und regulatorische Vorgaben anpassen. In diesem Sinne bietet #IA4Sup nicht nur Ressourcen und Veranstaltungen, sondern etabliert ein lebendiges Wissensnetzwerk, in dem die Mitarbeiterschulung in die tägliche Zusammenarbeit integriert ist. Durch die Kombination von strukturierten Ressourcen, regelmäßigen Veranstaltungen, Partnerschaften mit externen Akteuren und intensivem Peer-to-Peer-Austausch trägt #IA4Sup